Am 11.02. las die Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer in einer Buchhandlung in Wuppertal 5 der insgesamt 26 Geschichten aus dem Buch "Wer die Wahrheit spricht, muss immer ein gesatteltes Pferd bereithalten".
Klar, die Veranstalter von Amnesty International (AI) und der Roesner Verlag wollten natürlich Werbung für die gute Sache machen. So hatten sie für die Lesung teils sehr gute, aber ausnahmslos schockierende Geschichten ausgewählt. Ann-Kathrin Kramer meinte danach:
"Gibt es denn eine Geschichte, die nicht so traurig ist?"
Und weiter steht im Bericht von der Lesung auf "Der Westen" (WAZ-Gruppe):
"Die Geschichten sollen ja zum Nachdenken anregen, doch für tiefe Gedanken blieb an dem Abend wenig Zeit und vor allem wenig Raum. Ein oberflächliches Gespräch wäre dem sicherlich nicht gerecht geworden. So blieb eine Diskussion nach der Lesung aus..."
Ich frage mich, was das Ziel solcher Lesungen ist und ob es so erreicht wird.
Möchte man direkt Beitritte und Spenden für die Organisation initiieren? Will man als Herausgeber nur mit dem Schockeffekt agieren oder auch in der Aufklärung bezüglich der Menschenrechte weiterkommen? - Was das erklärte Ziel des damaligen Wettbewerbs und der Buchveröffentlichung war.
Ich finde, Bücher - egal welches Genres - sollten den Leser unterhalten. Sonst sieht es abseits von Lesungen mit Promis, die bei solchen Lesungen für Autogramme zur Verfügung stehen (auch wenn keine Zeile des Buchs von ihnen stammt) für die Verbreitung solch guter und wichtiger Literatur mau aus.
Schade, dass ich nicht dabei war - ich hätte Frau Kramer mindestens eine Geschichte mit positiver Tonalität nennen können, die sich dem Thema Menschenrechte auf andere Art nähert:
"Außer Fische" von Andi Zachariades. Huch, das bin ja ich... ;)
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