Was haben Auto, Computer, Fernsehen, Glühlampe, Jeans und Röntgentechnik gemeinsam? Das Vakuum und die Zahnpasta nicht zu vergessen. Sie alle sind deutsche Erfindungen, die während der letzten Jahrhunderte ihren Siegeszug um die Welt angetreten haben.
Das liest sich gut. Eine Menge nützlicher Sachen. Alle zur Zeit ihrer Markteinführung Bahn brechend und aus unserem Leben nur schwer wegzudenken. Doch irgendwas läuft schief. Deutschland ist im Innovationsranking abgefallen, von China überholt.
Da könnte man sich Fragen stellen:
Kann uns diese Tatsache egal sein oder sollte sie den Wissenschaftsstandort Deutschland besorgt stimmen?
Eignet sich als Maßstab zur Bestimmung der Innovationskraft die Zahl der Patentanmeldungen einer Nation in einem bestimmten Zeitraum?
Wie und von wem werden zukünftige Innovationsfelder bestimmt und welche könnten es sein?
Die Kardinalfrage ist schließlich: reichen für die Lösung von Problemen weltweiten Ausmaßes die Interessen der Forschungs- und Entwicklungsabteilungen international tätiger Konzerne und die Herangehensweise der nationalen Bildungs- und Forschungsministerien aus?
In meinen Augen geht es um grundlegende Fragen für das Fortbestehen der Menschheit. Wie könnte man unser globales Dorf wirklich besser und nicht nur komfortabler machen? Kann »the next big thing«, wie man im englischen den nächsten großen Hype bezeichnet, die Welt verändern oder wird es nach kurzer Zeit im Regal der überflüssigen Spielzeuge stehen?
Dabei werden je nach Interessen meist sehr unterschiedliche Ansätze in der Problemlösung verfolgt.
Ich hoffe, es wird endlich wieder eine großartige Erfindung geben, die etwa aus Afrika den Demeter-Hof der Welt macht.
Vielleicht wird aber auch nur ein besonders stabiler elektrischer Zaun für den Süden Europas erfunden, der die Verzweifelten an der erfolgreichen Flucht aus Afrika hindern wird.